Ob 3 Euro pro Woche für ein Grundschulkind reichen oder ein Teenager schon 50 Euro im Monat braucht, lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Eine aktuelle Taschengeldtabelle bietet jedoch eine gute Orientierung für Eltern, die einen fairen Betrag festlegen möchten. Entscheidend sind neben dem Alter auch die finanzielle Situation der Familie, der Entwicklungsstand und die Frage, welche Ausgaben das Kind selbst übernehmen soll.
Diese Beträge geben Familien eine verlässliche erste Orientierung
- 1 bis 4 Euro pro Woche sind für jüngere Kinder ein gängiger Rahmen.
- Ab etwa 10 Jahren ist eine monatliche Auszahlung sinnvoll.
- Jugendliche erhalten je nach Alter und Eigenständigkeit ungefähr 25 bis 75 Euro im Monat.
- Taschengeld sollte regelmäßig und unabhängig vom Verhalten gezahlt werden.
- Für Kleidung, Schulmaterial oder Handy kann ab etwa 12 Jahren zusätzlich Budgetgeld eingeführt werden.

Die passende Höhe nach Alter im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die derzeit wichtigste Orientierung für Deutschland. Die Empfehlungen des Deutschen Jugendinstituts arbeiten bewusst mit Spannen statt mit starren Einzelbeträgen. So können Eltern berücksichtigen, was sie sich leisten können und wie selbstständig ihr Kind bereits mit Geld umgeht.
| Alter | Empfehlung | Auszahlung |
|---|---|---|
| Unter 6 Jahre | 1,00 bis 2,00 Euro | pro Woche |
| 6 bis 7 Jahre | 2,00 bis 3,00 Euro | pro Woche |
| 8 bis 9 Jahre | 3,00 bis 4,00 Euro | pro Woche |
| 10 bis 11 Jahre | 15,00 bis 25,00 Euro | pro Monat |
| 12 bis 13 Jahre | 20,00 bis 30,00 Euro | pro Monat |
| 14 bis 15 Jahre | 25,00 bis 45,00 Euro | pro Monat |
| 16 bis 17 Jahre | 40,00 bis 60,00 Euro | pro Monat |
| Ab 18 Jahre | 55,00 bis 75,00 Euro | pro Monat |
Die Beträge für ältere Jugendliche gelten vor allem dann, wenn sie noch wirtschaftlich von den Eltern abhängig sind, zum Beispiel während der Schulzeit. Das Familienportal des Bundes betont außerdem, dass es keine gesetzliche Pflicht zur Zahlung von Taschengeld gibt. Die Tabelle ist also eine fachliche Orientierung und kein Anspruch.
Ich würde innerhalb der jeweiligen Spanne nicht automatisch den höchsten Betrag wählen. Wenn ein 12-jähriges Kind noch kaum eigene Ausgaben hat, können 20 Euro vollkommen angemessen sein. Muss es regelmäßig kleine Unternehmungen mit Freunden selbst bezahlen, kann der obere Bereich sinnvoller sein.
Warum Taschengeld für die Entwicklung wichtig ist
Taschengeld ist kein Bonus für gute Noten und keine Belohnung für erledigte Hausarbeiten. Es ist ein kleiner, geschützter Lernraum, in dem Kinder selbst entscheiden, sparen und Fehler machen dürfen. Genau diese Erfahrungen lassen sich durch Erklärungen allein nur schwer ersetzen.
Ein Kind merkt schnell, dass das Geld nach einem spontanen Einkauf nicht mehr für den gewünschten Sammelartikel reicht. Ein anderes spart mehrere Wochen für einen Kinobesuch. Solche Situationen trainieren Geduld, Prioritäten und den Umgang mit Enttäuschungen, ohne dass gleich ein großer finanzieller Schaden entsteht.
Freie Verfügung gehört dazu
Damit dieser Lernprozess funktioniert, sollte das Kind grundsätzlich selbst bestimmen dürfen, wofür es sein Taschengeld ausgibt. Eltern dürfen Grenzen bei gefährlichen, illegalen oder ungeeigneten Käufen setzen, sollten aber nicht jeden kleinen Einkauf bewerten. Wer jede Ausgabe kommentiert, nimmt dem Taschengeld seinen pädagogischen Wert.
Auch der rechtliche sogenannte Taschengeldparagraph bedeutet nicht, dass Kinder alles kaufen dürfen. Er regelt nur bestimmte Geschäfte mit Geld, das ihnen zur freien Verfügung überlassen wurde. Bei Abonnements, Ratenzahlungen, In-App-Käufen oder teuren Verträgen sollten Eltern weiterhin genau hinschauen.
Wöchentlich oder monatlich auszahlen
Für jüngere Kinder ist die Woche ein überschaubarer Zeitraum. Bei einem sechsjährigen Kind kann ein ganzer Monat finanziell noch sehr abstrakt sein. Die wöchentliche Auszahlung macht den Zusammenhang zwischen Geld, Kauf und Warten verständlicher.
Ab etwa zehn Jahren empfiehlt sich meist der monatliche Rhythmus. Das Kind muss dann planen, ob es sofort etwas kauft oder einen Teil zurücklegt. Ich halte den Wechsel für einen wichtigen Entwicklungsschritt, weil sich dadurch aus dem bloßen Ausgeben langsam echtes Budgetieren entwickelt.
| Alter | Sinnvoller Rhythmus | Praktischer Hinweis |
|---|---|---|
| Bis etwa 9 Jahre | Wöchentlich | Kleine Beträge sichtbar im Portemonnaie oder in einer Spardose aufbewahren |
| Ab etwa 10 Jahre | Monatlich | Gemeinsam überlegen, wie viel für Wünsche zurückgelegt wird |
| Ab etwa 12 bis 14 Jahre | Monatlich, gegebenenfalls digital | Kontostand, Kartenzahlung und Online-Kosten besprechen |
Bei einem eigenen Konto oder einer Taschengeld-App sollten Eltern auf keine Überziehungsmöglichkeit achten. Digitale Zahlungen fühlen sich für Kinder oft weniger real an als Bargeld. Ein kurzer Blick auf die Buchungen und ein regelmäßiges Gespräch helfen, ohne jede Ausgabe zu überwachen.
Taschengeld und Budgetgeld sinnvoll trennen
Taschengeld ist frei verfügbar. Budgetgeld wird dagegen für vorher festgelegte Ausgaben gezahlt, etwa Kleidung, Schulmaterial, Essen außer Haus oder Handy-Kosten. Diese Trennung verhindert, dass ein Kind sein gesamtes frei verfügbares Geld für notwendige Dinge ausgeben muss.
Das Deutsche Jugendinstitut empfiehlt Budgetgeld ab ungefähr 12 Jahren als zusätzliche Lernmöglichkeit. Als grobe monatliche Orientierung gelten 45 bis 65 Euro für Kleidung und Schuhe, 25 bis 40 Euro für Essen außer Haus, 15 bis 25 Euro für Handy, Internet und Abos sowie 5 bis 15 Euro für Schulmaterial.
Diese Beträge passen nicht zu jeder Familie. Ich würde zunächst zwei oder drei Monate beobachten, welche Kosten tatsächlich anfallen. Erst danach lässt sich fair entscheiden, ob das Kind einen festen Betrag selbst verwalten kann oder ob einzelne Ausgaben weiterhin direkt von den Eltern übernommen werden.
Was Eltern klar vereinbaren sollten
- Welche Kosten gehören zum Budget und welche bleiben Familiensache?
- Was passiert, wenn das Geld vor Monatsende nicht reicht?
- Darf für größere Wünsche gespart werden?
- Wie werden Geschenke, Ferienjobs und Geld von Verwandten behandelt?
- Wann wird die Vereinbarung gemeinsam überprüft?
Ein häufiger Fehler besteht darin, Jugendlichen plötzlich Verantwortung für Kleidung oder Mobilfunk zu übertragen, ohne den Betrag an die echten Kosten anzupassen. Budgetgeld funktioniert nur, wenn es realistisch kalkuliert und transparent besprochen wird.
Regeln, die im Familienalltag wirklich funktionieren
Am wichtigsten ist die Verlässlichkeit. Das Geld sollte am vereinbarten Tag kommen und nicht davon abhängen, ob das Kind gerade besonders brav war. Hausarbeiten können zur Beteiligung an der Familie gehören, sollten aber nicht ständig mit dem Grundbetrag verrechnet werden.
Ebenso wenig muss jedes Geschwisterkind exakt denselben Betrag erhalten. Unterschiedliche Altersstufen, Bedürfnisse und Vereinbarungen sind normal. Entscheidend ist, dass Eltern erklären können, warum die Beträge unterschiedlich sind, ohne Kinder miteinander zu vergleichen.
Wenn das Geld zu schnell ausgegeben wird, würde ich nicht sofort den Betrag erhöhen. Besser ist ein ruhiges Gespräch über die letzten Käufe. Eine einfache Aufteilung in Ausgeben, Sparen und eventuell Spenden kann helfen, solange sie nicht als Zwang eingeführt wird.
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Digitale Risiken mitdenken
Online-Spiele, In-App-Käufe, Influencer-Werbung und kleine Abos machen den Umgang mit Geld anspruchsvoller. Eltern sollten mit Kindern besprechen, dass ein Klick auf den Kaufbutton eine echte Ausgabe auslösen kann. Für jüngere Kinder sind gesperrte Käufe und gemeinsame Freigaben sinnvoll.
Bei Jugendlichen geht es weniger um Kontrolle als um Urteilskraft. Ich finde es hilfreicher, gemeinsam einen Kontoauszug oder eine Bestellübersicht anzusehen und über Werbung, Rabatte und Impulskäufe zu sprechen. So wird finanzielle Bildung direkt mit dem Alltag verbunden.
Ein Betrag allein macht Kinder noch nicht finanziell sicher
Eine gute Taschengeldregel besteht aus drei Teilen. Der Betrag muss zur Lebenssituation passen, die Auszahlung sollte regelmäßig erfolgen und das Kind braucht genügend Freiheit für eigene Entscheidungen. Erst dieses Zusammenspiel unterstützt Selbstständigkeit und Verantwortungsgefühl.
Für 2026 können Eltern die Tabelle als Ausgangspunkt verwenden und den Betrag an Lebenshaltungskosten, Familienbudget und tatsächliche Aufgaben anpassen. Wenn das Kind mit zunehmendem Alter mehr selbst bezahlt, sollte das Taschengeld nicht heimlich für immer gleich bleiben, sondern gemeinsam neu verhandelt werden.
Am Ende geht es nicht darum, den perfekten Eurobetrag zu finden. Viel wichtiger ist, dass Kinder früh erleben, wie sich Ausgeben, Sparen, Planen und eine verfehlte Entscheidung anfühlen. Genau daraus entsteht Schritt für Schritt ein sicherer Umgang mit Geld.